Samt und Seide im Historischen Tirol (1000 – 1914)

Die Europäische Textilakademie zeigt die Ausstellung „Samt und Seide im Historischen Tirol“ in den Landesteilen Tirol, Südtirol und Trentino. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ausstellungsorten entlang der Ausstellungsroute, mit thematischen und kulturhistorischen Schauplätzen, gibt die grenzüberschreitende Schau einen Einblick in textile Kunstwerke, die in der Region Tirol entstanden sind, oder für die Region geschaffen wurden – eine Region, die durch die dynastische Politik seiner weltlichen und geistlichen Herrscher ab dem 11. Jahrhundert das politische Gebilde, aber auch den Kulturraum geprägt haben.

Die besondere Lage Alt-Tirols als Verbindungspunkt südlicher und nördlicher Kulturen machte die wirtschaftliche Entwicklung des Textilgewerbes und den Handel mit textilen Erzeugnissen zu einem bemerkenswerten Drehpunkt im europäischen Raum.

Künstlerische Gestaltung und damit auch textiles Kunsthandwerk war immer das Ergebnis von Informationen; die Frage, welche Ideen und in diesem Fall auch technisches Know-How in die Region gekommen sind, stellt sich ebenso, wie damit gleichzeitig die Ambitionen und das kulturelle Potential der Auftraggeber ins Blickfeld rücken. Dem Wandel der gesellschaftlichen Strukturen und den wirtschaftlichen Bedingungen entsprechend, tritt neben Landesfürstentum und Adel, ab dem späteren Mittelalter, das Bürgertum mit wachsenden Wünschen nach anspruchsvoller Gestaltung seiner Kleidung und seines Lebensraumes.

Prunkstücke des Textilhandwerks dienten während des Hochmittelalters ausschließlich sakraler und herrschaftlicher Nutzung. Die wertvollen Stücke sind Gewänder aus edlen Stoffen, deren kostbarer Charakter nicht selten durch die Bestückung mit Edelsteinen und Goldfäden hergestellt sind.